30 Jahre Reitverein Weser-Solling

Die folgende, nach Jahren gegliederte Darstellung, kann keine lückenlose Geschichte der unzähligen Aktivitäten des Reitvereins Weser-Solling, Bodenfelde, erzählen. Die Anfänge sind sehr lebendig und umfangreich in der Chronik des Vereins niedergeschrieben, die der Tierarzt Dr. Bauer damals begonnen hatte. Aus Platzgründen müssen wir uns auf die Schwerpunkte beschränken, welche die Entwicklung des Vereins im jeweiligen Zeitabschnitt charakterisieren.

                                      1973

Im Frühjahr 1973 entsteht der Gedanke, eine Bodenfelder Reitsportgruppe zu gründen. Es sind dies, der inzwischen verstorbene Tierarzt, Dr. Bauer, der Ponyzüchter Horst Breckerbohm und der frühere Pächter der Schloemp`schen Fleischerei, Horst Edelmann, die diese großartige Idee entwickelten.

Bereits im Juni wurde bei einer Zusammenkunft im „Sollinger Hof“ mit 21 Mitgliedern die Reitergruppe Bodenfelde gegründet, die sich zunächst dem Uslarer Reitverein Georgshof anschließen wollte.

Dazu pachtet man, mit einem Vertrag vom 01.09.1973, ein Grundstück im Scharottweg auf der Hofstelle Blomeyer. Mit viel Elan wurden eine Außenreitbahn sowie sieben Boxen in der Scheune erstellt. Der 1. Unterricht wurde von Erich Mund gegeben. Erich Mund war ein alter Pferdenarr, der mit seiner ruhigen und freundlichen Art es gut verstanden hat, insbesondere die Jugendlichen zu motivieren. In besonderer Erinnerung ist sein Hund Lord geblieben, der während des Unterrichts zu seinen Füßen lag, und die Pferde anbellte, die sein Herrchen korrigierte.

                                      1975

Nach Auslaufen des Pachtvertrages sah sich der junge Verein genötigt, sich nach einem neuen Platz umzusehen. Durch die geschickte Verhandlungsführung von Harald Müller-Zitzke, Dr. Heinz-Joachim Bauer und Horst Brekerbohm, gelang es erstaunlicherweise, von der Kirche das Grundstück am Schäkerfeld zu erwerben. Das Grundstück hat eine Größe von 1,1210 ha. (11.200 m²).

Der Verein hätte sich erheblich verschulden müssen, wenn nicht einige Mitglieder bereit gewesen wären, ein zinsloses Darlehn zu Verfügung zu stellen. Trotz dieses finanziellen Risikos waren die Mitglieder so enthusiastisch, dass die Bauarbeiten für die Halle vor notarieller Beglaubigung des Kaufvertrages (09.03.1976) begonnen wurden. (November 1975)

                                      1976

Im März 1976 konnte mit der notariellen Beurkundung gleichzeitig das Richtfest gefeiert werden. Eine weitere Kuriosität passierte während der Bauphase. Trotz Berechnung der Fachleute stellte man bei der Eindeckung des Daches mit Erstaunen fest, dass die Platten nur für das halbe Dach reichten. Mit insgesamt 1200 Stunden Eigenleistung hatten die Reiter im Dezember 1976 ein Dach über dem Kopf, die Halle war rundum offen, als Bande fungierten Strohballen.

Im folgenden Jahr gelang es, die Halle durch weitere Eigenleistungen zu schließen. Zur dringend benötigten Aufbesserung der völlig leeren Kriegskasse hatten Dr. H. J. Bauer und Gerd Stüber, gen. Moppel, eine blendende Idee. Durch die guten Verbindungen zum Heeresmusikkorps II der Bundeswehr gelang es, zum Tag des Pferdes, am 29.10.1976, zu Gunsten der Aktion Sorgenkind, ein Wohltätigkeitskonzert zu veranstalten. Hiermit verbunden war eine Tombola, deren Erlös dem Verein zufloss.

                                      1979

Bereits 1979 kommen die ersten Gedanken, die Reithalle um ein Reiterstübchen und Sanitäranlagen zu erweitern. Am 15.07.1980 wird mit der Arbeit begonnen.

Über verschiedene Bauabschnitte ist man am 01.09.1981 bereits wieder bei einer Einweihungsparty. Das Reiterstübchen ist fertig. Nachdem nun auch für das leibliche Wohl des Reiters gesorgt ist, fehlen nur noch – die Stallungen für die Pferde.

Hiermit wird 1983 begonnen und auch dies zügig fertiggestellt, nämlich am 19.11.1983. Mit 7 Pferden, Lotus, Amigo, Tamara, Pirette, Godewind, Toledo und Chirocco, bezieht man den neuen Stall.

                                      1986

Zur Nordseite wurde eine Hallenerweiterung, zur Lagerung von Futtermitteln und Stroh, sowie als Unterstellplatz für nötige Gerätschaften, angebaut.

In den darauf folgenden Jahren beschränkten sich die Bauaktivitäten des Vereins in der Hauptsache auf die Verbesserung der Außenanlage, wobei die sportliche Seite nie zu kurz gekommen ist. Jedes Jahr wurde mindestens ein Turnier veranstaltet und die Mitgliederzahl stieg stetig. Zur Zeit zählt der Verein ca. 150 Mitglieder.